DOJO-REGELN

UNSERE DOJO-REGELN

Karate ist mehr als Sport. Es ist ein gemeinsamer Weg, auf dem wir nicht nur Technik, Kraft und Ausdauer entwickeln, sondern auch Haltung, Respekt und Charakter.

Damit Training und Vereinsleben für alle sicher, respektvoll und konzentriert möglich bleiben, geben wir uns verbindliche Leitlinien. Sie sollen Orientierung schaffen, den Zusammenhalt stärken und deutlich machen, welche Form des Miteinanders wir in unserem Verein leben wollen.

Unser Ziel ist ein Dojo, in dem alle trainieren, lernen und wachsen können – unabhängig von Alter, Leistungsstand, Erfahrung oder persönlicher Nähe zueinander.

 

Grundhaltung im Dojo

Karate beginnt und endet mit Respekt.

Wir begegnen einander mit Höflichkeit, Würde und Zurückhaltung. Diese Haltung gilt jederzeit – unabhängig von persönlicher Sympathie, Trainingsstand, Funktion oder Erfahrung.

Im Dojo richten wir unsere Aufmerksamkeit bewusst auf das gemeinsame Training. Persönliche Themen, Unruhe und Konflikte haben dort keinen Vorrang. Das Dojo ist ein Ort der Konzentration, Disziplin und gegenseitigen Achtung. Für persönliche Gespräche ist nach dem Training Platz.

 

Ankommen und gemeinsamer Fokus

Das kurze Innehalten vor dem Training dient der Sammlung und Konzentration.

Wir nutzen diesen Moment, um Abstand vom Alltag zu gewinnen und uns innerlich auf das Training auszurichten. Während des Rei, also des Angrüßens, gelten Ruhe, Aufmerksamkeit und Respekt.

Gespräche, Ablenkungen oder Unruhe haben in diesem Moment keinen Platz.

 

Dojo-Kun als gemeinsame Orientierung

Die Dojo-Kun sind unser ethischer Rahmen:

  • »Vervollkommne deinen Charakter.«

Wir nutzen das Training, um uns selbst weiterzuentwickeln. Dazu gehört, das eigene Verhalten zu reflektieren, Verantwortung zu übernehmen und respektvoll mit den Stärken und Schwächen anderer umzugehen.

  • »Bewahr den Weg der Aufrichtigkeit.«

Wir bemühen uns um Ehrlichkeit, Klarheit und Fairness. Themen, die das Miteinander belasten, sprechen wir offen, sachlich und an geeigneter Stelle an – direkt mit der betroffenen Person, mit Unterstützung der Trainerinnen und Trainer, der Vertrauensperson oder des Vorstands.

  • »Entfalte den Geist der Bemühungen.«

Wir arbeiten beständig an uns selbst. Fortschritt entsteht durch Ausdauer, Geduld und die Bereitschaft, auch schwierige Situationen konstruktiv anzugehen.

Das gilt im Training ebenso wie im Umgang miteinander. Konflikte sollen nicht verdrängt, sondern respektvoll geklärt werden.

  • »Sei höflich.«

Höflichkeit ist Ausdruck von Respekt. Wir achten auf unsere Worte, unseren Ton und unser Verhalten – im Training, am Rand der Matte und im gesamten Vereinsleben.

Respekt bleibt auch dann bestehen, wenn Meinungen, Erwartungen oder persönliche Empfindungen unterschiedlich sind.

  • »Bewahre dich vor übertriebener Leidenschaft.«

Karate verlangt Selbstbeherrschung. Wir achten darauf, Emotionen nicht unkontrolliert wirken zu lassen – weder im Training noch im persönlichen Austausch oder in digitalen Kommunikationswegen.

Gerade in angespannten Situationen bleiben Ruhe, Maß und gegenseitige Achtung wichtig.

Diese Grundsätze gelten im Training, im Vereinsleben und überall dort, wo wir als Mitglieder des Vereins miteinander in Kontakt stehen.

 

Umgang miteinander und Klärung von Konflikten

Wir sprechen miteinander und nicht übereinander.

Konflikte können in jeder Gemeinschaft entstehen. Entscheidend ist nicht, dass es keine Konflikte gibt, sondern wie wir mit ihnen umgehen.

Wir erwarten von allen Mitgliedern einen fairen, sachlichen und lösungsorientierten Umgang. Ziel einer Klärung ist nicht, Recht zu behalten oder andere zu überstimmen, sondern gegenseitiges Verständnis, Verantwortung und ein tragfähiges Miteinander.

Für die Klärung gilt:

▪ Erwachsene Mitglieder bemühen sich grundsätzlich zunächst um ein direktes, respektvolles Gespräch.

▪ Bei Konflikten zwischen Kindern oder Jugendlichen unterstützen Trainerinnen und Trainer die Klärung.

▪ Die gewählte Vertrauensperson und der Vorstand können hinzugezogen werden, wenn Unterstützung benötigt wird.

▪ Gespräche sollen sachlich, respektvoll und mit dem Ziel einer Lösung geführt werden.

▪ Über abwesende Personen wird nicht abwertend gesprochen.

▪ Gerüchte, bewusste Ausgrenzung oder das Verstärken von Spannungen innerhalb der Gemeinschaft sind mit unseren Werten nicht vereinbar

Die Meldung von Konflikten/Vorfällen etc. kann an den Vorstand und/oder an die Vertrauenspersonen erfolgen.

 

Sprache und Respekt

Im Dojo und im Vereinsumfeld gilt ein klarer Standard im Umgangston.

Beleidigungen, abwertende Begriffe, persönliche Herabsetzungen, Spott oder ironische Seitenhiebe sind nicht akzeptabel – weder direkt noch in Abwesenheit der betroffenen Person.

Auch bei Ärger, Enttäuschung oder Meinungsverschiedenheiten bleibt der Respekt gegenüber der Person bestehen.

Unsere Sprache soll klären, nicht verletzen. Sie soll verbinden, nicht trennen.

 

Umgang nach Fehlern

Menschen machen Fehler. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen.

Wenn Fehlverhalten erkannt, angesprochen und aufgearbeitet wurde, soll daraus Lernen entstehen. Eine Entschuldigung bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und die Bereitschaft zu zeigen, das eigene Verhalten zu verändern.

Danach braucht es die Möglichkeit, wieder respektvoll und normal miteinander umzugehen.

Dauerhaftes Nachtragen, wiederholtes Aufgreifen bereits geklärter Themen oder soziale Ausgrenzung widersprechen unserem Verständnis von Gemeinschaft.

 

Keine Ausgrenzung, keine Lagerbildung und gelebte Toleranz

Unser Verein lebt von Gemeinschaft, Vielfalt und gegenseitigem Respekt.

Jedes Mitglied gehört grundsätzlich dazu. Unterschiede in Alter, Erfahrung, Persönlichkeit, Herkunft, Lebensweise, körperlichen Voraussetzungen oder Meinung dürfen nicht dazu führen, dass Menschen ausgegrenzt, isoliert oder gegeneinander gestellt werden.

Toleranz bedeutet für uns, Unterschiedlichkeit auszuhalten, andere Perspektiven anzuerkennen und auch bei abweichenden Meinungen respektvoll miteinander umzugehen. Sie bedeutet jedoch nicht, respektloses Verhalten, persönliche Angriffe oder Ausgrenzung hinzunehmen.

Gruppenbildung gegen einzelne Personen, bewusste soziale Ausgrenzung oder das Erzeugen von Druck innerhalb der Gemeinschaft sind mit unseren Vereinswerten nicht vereinbar.

Wir erwarten von allen Mitgliedern, dass sie zum Zusammenhalt beitragen, Unterschiede respektieren und Spannungen nicht verstärken.

 

Rolle des Vorstands

Der Vorstand ist verantwortlich für den Schutz des Vereinsfriedens, die Einhaltung der Satzung und die Wahrung dieser Leitlinien.

Er kann Konflikte begleiten oder moderieren, wenn diese nicht direkt geklärt werden können. Dabei bleibt der Vorstand sachlich, hört die Beteiligten an und orientiert sich an den Werten des Vereins, am Schutz der Gemeinschaft und an einem fairen Verfahren.

Entscheidungen werden nicht nach Stimmung, Lautstärke oder Mehrheitsdruck getroffen, sondern nach Verantwortung, Sachlichkeit und Vereinsinteresse.

 

Konsequenzen bei andauerndem Fehlverhalten

Diese Leitlinien sind für alle verbindlich.

Wenn Verhalten dauerhaft oder wiederholt gegen unsere gemeinsamen Werte verstößt, kann der Vorstand angemessene Schritte einleiten. Ziel ist zunächst immer Klärung und Veränderung.

Mögliche Schritte sind:

▪ Gespräch

▪ Ermahnung oder Rüge

▪ weitere vereinsrechtliche Maßnahmen gemäß Satzung

▪ in schwerwiegenden oder wiederholten Fällen: Vereinsausschluss

 

Schlussgedanke:

Karate zeigt sich nicht nur in Techniken, Prüfungen oder Erfolgen, sondern vor allem in der Haltung, mit der wir einander begegnen. Respekt, Aufrichtigkeit, Selbstbeherrschung und Verantwortung sind keine Worte für besondere Situationen, sondern die Grundlage unseres gemeinsamen Weges.

Nicht Perfektion ist das Ziel, sondern die Bereitschaft, an sich selbst zu arbeiten, Fehler anzuerkennen und auch in schwierigen Momenten fair, klar und respektvoll zu bleiben.

Schließlich wollen wir im Karate nicht nur körperlich und geistig an uns arbeiten. Wir wollen auch mit Freude und Spaß zum Training kommen und unser Dojo als einen Ort erleben, an dem wir gerne gemeinsam lernen, trainieren und wachsen.

UNSERE DOJO-ETIKETTE

Der Sensei:

  • Dem Sensei ist immer mit Respekt zu begegnen, somit sind seinen Anweisungen Folge zu leisten
  • Der Sensei entscheidet über den Fortschritt des Schülers und dementsprechend auch, ob man zur nächsten Prüfung zugelassen wird. Insbesondere die Teilnahme an einer DAN Prüfung ist grundsätzlich mit dem Sensei abzusprechen 

 

Betreten und Verlassen des Trainingsraums:

  • Es wird sich ruhig und in Musubidachi verbeugt, ein kurzes Kopfnicken reicht nicht!
  • Das Dojo wird barfuß betreten
  • Muss man während des Trainings den Raum verlassen (bitte nur in Ausnahmefällen wie medizinische Notfälle, Verletzungen etc), ist erst der Sensei um Erlaubnis zu bitten. Zeige deinem Sensei deine Absicht durch leichte Verbeugung an und warte auf Bestätigung. Melde dich auch wieder korrekt zurück und warte, bis der Sensei dich in die Trainingsreihe zurück bittet. Man verlässt den Raum, in dem man immer hinter den Trainingsreihen her geht, um andere nicht zu stören. Man geht niemals hinter dem Rücken des Senseis her
  • Grundsätzlich erscheint man pünktlich zum Training. Falls man doch mal zu spät kommt, verhält man sich wie folgt: Zuerst ohne Aufforderung selbstständig das Angrüß-Ritual in einer Ecke vollziehen, dann ab Gelbgurt 15 Strafliegestütz ausführen, danach warten, bis der Sensei einen zum Training zulässt, dann ordnet man sich als Zuspätkommer immer hinten links ein

 

Verhalten im Trainingsraum / während des Trainings:

  • Taschen werden möglichst nur an die Rückseite des Trainingsraumes gestellt, niemals an die Shomen-Seite (vorne)
  • Zuschauer verhalten sich während des Trainings ruhig, filmen und fotografieren ist nur mit ausdrücklicher Erlaubnis des Senseis gestattet
  • Während der Angrüß-/Abgrüß-Zeremonie verhalten sich alle, auch die Zuschauer/ Wartenden, vollkommen still bis auf die Grußworte der Zeremonie
  • Lautes und aufdringliches Verhalten oder gar Lärm sind im Dojo unerwünscht
  • Nur der Sensei redet während des Trainings. Alle Schüler sind still und hören aufmerksam zu
  • Fragen werden erst nach der Stunde gestellt, es sei denn der Sensei fordert vorher dazu auf
  • Karate-Schüler ohne Karate Gi oder mit unvollständigem Gi ordnen sich ganz links in die Trainingsreihe ein, die restlichen Karateka ordnen sich ihrer Graduierung nach von rechts (höchstgraduierter Schüler) nach links
  • Während des Trainings wird nicht gegessen, getrunken (nur nach Aufforderung), Kaugummi gekaut oÄ
  • Während des Trainings wird nicht aufs Handy geschaut, die volle Aufmerksamkeit gilt dem Training
  • Während des Trainings wird sich niemals an die Wand angelehnt, auf die Bank gesetzt oder hingelegt: Ein Karateka hat sich stets unter Kontrolle
  • Im Dojo wird während des Trainings nicht geschlafen, auch die Zuschauer/ Wartenden nicht
  • Während Erklärungen sitzt man niemals mit ausgestreckten Beinen oder steht mit verschränkten Armen, beides gilt als sehr unhöflich in Japan
  • Wenn der Sensei während der Erklärungen bittet, sich abzusetzen, dann setzt man sich in Seiza. Wenn man in den Schneidersitz wechseln will, wird sich erst kurz verbeugt, dann erst der Sitz gewechselt
  • Beim Partnertraining achten wir aufeinander; wir fordern, aber überfordern unsere Partner nicht
  • Klatschen oder Pfeifen sind in einem Karate Dojo fehl am Platz. Unseren Zuspruch drücken wir durch ein „OSS“, sowie besonderen Einsatz und Anstrengung aus. Der Sensei braucht keine Beifallsbekundung

 

Karate-Gi / Erscheinungsbild/ Hygiene:

  • Der Karate-Gi wird ausschließlich im ordentlichen Zustand (gebügelt, regelmäßig gewaschen) getragen, ebenso ist der Gürtel ordentlich zu binden
  • Karate wird im Karate-Gi trainiert
  • Wenn der Karate-Gi zu lange Ärmel/ Hosenbeine hat, wird der Stoff nach innen gekrempelt, um Verletzungen zu vermeiden
  • Wenn vorhanden, kann das Vereinslogo auf der linken Brustseite des Karate-Gis aufgestickt werden. Ansonsten ist der Karate-Gi ausschließlich in weiß zu tragen
  • Unter dem Karate-Gi sind nur weiße Kleidungsstücke erlaubt
  • Aufgrund von Verletzungsgefahr und aus Höflichkeit erscheint man gepflegt zum Training: Fuß- und Fingernägel sind gekürzt, Haare ab Schulterlänge zurückgebunden
  • Aufgrund von Verletzungsgefahr sind jeglicher Schmuck (Halsketten, Ringe, Armbänder, Ohrringe, Uhren oder sonstige Schmuckstücke) vor dem Training abzulegen, nicht abnehmbare Piercings sind abzukleben

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